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Warum Nein sagen so viel Angst machen kann

Warum viele Menschen ihre eigenen Bedürfnisse immer wieder übergehen – und welchen Preis sie dafür bezahlen.

„Nein.“

Für manche Menschen ist dieses kleine Wort völlig selbstverständlich.

Für andere fühlt es sich fast unmöglich an.

Sie sagen Ja, obwohl sie eigentlich Nein meinen.

Nicht, weil sie es möchten.

Sondern weil Nein sagen Angst macht.

Nicht das „Nein“ macht Angst

Wer unter Angst oder Panik leidet, erlebt häufig unbewusst einen inneren Konflikt:

  • Was denkt der andere jetzt über mich?
  • Ist er enttäuscht?
  • Wird er wütend?
  • Zieht er sich zurück?
  • Hat mein Nein Konsequenzen?

Die Angst richtet sich meist gar nicht gegen das Nein sagen selbst.

Sie richtet sich unbewusst gegen das, was danach passieren könnte.

Ein Perspektivwechsel

In meiner Arbeit geht es deshalb nicht so sehr um die Frage: 

Wie werde ich meine Angst los?

Sondern um eine ganz andere Frage: 

Was passiert eigentlich mit mir, wenn ich immer wieder über meine eigenen Bedürfnisse hinweggehe und Ja sage, obwohl ich viel lieber Nein sagen möchte?

Jedes „Ja“ hat einen Preis

Wer immer wieder Ja sagt, obwohl er Nein meint, zahlt dafür einen hohen Preis.

Man sagt Nein …

… zu den eigenen Bedürfnissen.

… zu den eigenen Grenzen.

… zu den eigenen Gefühlen.

Nach außen entsteht Harmonie.

Im Inneren entsteht Druck.


Warum das so schwerfällt

Viele Menschen haben in der Kindheit erlebt, dass ihr Nein unangenehme Folgen haben konnte. 

Vielleicht wurde man beschimpft oder beschämt.

Vielleicht zog sich ein Elternteil zurück.

Vielleicht wurde Liebe oder Zuwendung davon Abhängig gemacht, dass man funktionierte und sich anpasste. 

Damals war es oft sicherer, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. 

Das war eine sinnvolle Überlebensstrategie.

Doch was früher geschützt hat, kann heute zum Problem geworden sein.

Wenn Menschen immer noch so reagieren, als hätte ein Nein zwangsläufig unangeneme Folgen – und als wären sie diesen Folgen hilflos ausgeliefert. 

Der innere Druck wächst

In meiner Praxis beobachte ich immer wieder:

Wer seine Bedürfnisse dauerhaft zurückstellt, verliert nach und nach den Kontakt zu sich selbst.

Der Ärger wird nicht ausgesprochen.

Die Enttäuschung wird heruntergeschluckt.

Grenzüberschreitungen werden hingenommen.

Der innere Druck nimmt zu.

Und genau dieser Druck kann sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen.

Manche Menschen zweifeln ständig an sich.

Andere übernehmen Verantwortung für alles.

Viele entschuldigen das Verhalten anderer und suchen den Fehler bei sich selbst.

Sie haben über all die Jahre nicht gelernt, gut für sich zu sorgen und Nein zu sagen, wenn es für sie wichtig ist. 

Und irgendwann zeigt sich dieser innere Druck als Angst oder Panik.

Hinter diesem Zusammenhang steckt häufig etwas, das vielen Betroffenen zunächst gar nicht bewusst ist: unterdrückter Ärger. 

Darüber habe ich in meinem vorherigen Blogartikel ausführlicher geschrieben. 

Hier geht es zum Artikel: „Ich bin nicht wütend – was unterdrückter Ärger mit Angst und Panik zu tun haben kann“

Der erste Schritt beginnt woanders

Deshalb geht es in meiner Arbeit nicht darum, Menschen einfach beizubringen, Nein zu sagen.

Zunächst geht es darum zu verstehen, warum das Nein überhaupt solche Angst macht.

Denn erst wenn dieser Zusammenhang sichtbar wird, verändert sich etwas.

Menschen beginnen wieder wahrzunehmen, was sie fühlen.

Was sie brauchen.

Wo ihre Grenzen liegen.

Und dann wird ein Nein aus dem Bedürfnis der Selbstfürsorge mehr und mehr möglich.

Eine Frage, die sich lohnt

Vielleicht lautet die wichtigste Frage nicht:

Was passiert, wenn ich Nein sage?

Sondern:

Was passiert mit mir, wenn ich immer wieder Nein zu mir selbst sage?

Für mich beginnt genau dort der Weg aus der Angst und Panik. 

Wenn Du lernen möchtest, die Hintergründe deiner Angst besser zu verstehen und neue Wege im Umgang mit ihr zu finden, begleite ich dich gern dabei.

Hier kannst Du ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren.

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